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Die Hillersche Villa wurde Ende
des 19. Jahrhunderts erbaut. Sie war über Jahrzehnte der Sitz
der Familie Hiller. Gustav Hiller, Erfinder aus Großschönau,
gründete mit Hilfe der Erlöse aus seinem ersten Patent, einer
Maschine zur Herstellung von Gardinenkordeln, die Zittauer
Phänomenwerke. Sie waren zu DDR-Zeiten als VEB Roburwerke Zittau
bekannt. Produziert wurden hier Fahrräder der Marke Phänomen,
das Phänomobil und später der Robur-LKW. Während der
Naziherrschaft wurde Frau Hiller, Jüdin, gegen eine jährliche
Zahlung von 300.000 Reichsmark von der Deportation freigekauft.
Nach dem Krieg übersiedelte die Familie in die Westzone. Heute
beheimatet die Hillersche Villa das Multikulturelle Zentrum
(MUK), einen gemeinnützigen Verein. Im Jahr 1993 schenkten die
Enkeltöchter Gustav Hillers, Frau Anne Frommann und Frau Claudia
Siede-Hiller, dem MUK dieses Haus.
Im Erdgeschoss des Hauses nutzt
das Café Jolesch die atmosphärischen Möglichkeiten des Hauses
und hat für seine Gäste täglich ab 18.00 Uhr geöffnet.
"Die Tante Jolesch oder Der
Untergang des Abendlandes in Anekdoten" ist ein 1975
veröffentlichtes Buch des österreichischen Schriftstellers
Friedrich Torberg (1908-1979).
Das Buch ist eine Sammlung von
Anekdoten aus Torbergs eigener Erinnerung und ihm von anderen
erzählten Geschichten aus dem jüdischen Leben in Wien, Prag und
den Ländern der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie
aus der Zwischenkriegszeit. Unter den handelnden Personen finden
sich einerseits bekannte Persönlichkeiten wie Anton Kuh, Egon
Erwin Kisch und Alfred Polgar, wie auch Friseure, Kellner, die
Redakteure des Prager Tagblatts und eine Reihe Verwandter und
Bekannter des Autors – darunter nicht zuletzt die namensgebende
Tante Jolesch.
Es ist, wie Torberg im
Geleitwort schreibt, „ein Buch der Wehmut. Es schöpft aus dem
Erinnerungsbrunnen, den ich noch gekannt habe“. Bei aller
Wehmut, führt es dem Leser die Welt des jüdischen Bürgertums
aber in sehr humorvoller, mit viel Sprachwitz versehener Weise
und sorgfältig gewählten Formulierungen wieder vor Augen. Die
Geschichten und Anekdoten gipfeln oft in einer Pointe, oder
beleuchten das Leben und die Lebensweise der Handelnden an Hand
von Aphorismen und Lebensweisheiten.
Zu den bekanntesten und meist
zitierten Sätzen zählen die Aussagen der Tante Jolesch selbst.
Schon auf den ersten Seiten wird sie vorgestellt, indem Torberg
von ihrem Neffen Franz erzählt, der einen Bericht über einen
zuvor erlebten Autounfall mit den Worten „Noch ein Glück, dass
ich mit dem Wagen nicht auf die Gegegenfahrbahn gerutscht bin,
sondern ans Brückengeländer“ beendet hatte. Die Tante Jolesch
kommentierte das, wie meist mit wenigen, aber umso prägnanteren
Worten, nur kurz: „Gott soll einen hüten vor allem, was noch ein
Glück ist“. Die bekannteste Weisheit der Tante Jolesch ist aber
wohl: „Was ein Mann schöner is wie ein Aff, is ein Luxus!“.
(Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tante_Jolesch
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